„Die Hand ist das Werkzeug der Seele“

Unter diesem Motto wird derzeit in der Ahlener Stadt-Galerie die inzwischen wohl größte Sammlung von Makonde-Holzschnitzkunst sowie von Tingatinga-Malerei in Deutschland, wenn nicht sogar eu­ropaweit, ausgestellt. Bei Familie Lorenz, denen die Sammlung gehört, steht sie im Normalfall aus Platzmangel lediglich dort, wo sonst alltägliches Zubehör oder Gerümpel steht:   Unter anderem in der Garage, auf dem Dachboden,  im Heizungskeller sowie dem Trockenkeller. Angefangen hat alles Anno 1956, als ihr Mann Felix Lorenz seiner Frau Ingrid Lorenz eine erste Holzskulptur mitbrachte. Seitdem hat sich die Sammlung immer mehr vergrößert, misst mitlerweile über 150 Exemplare, die nahezu ausschließlich von ihren Afrikareisen mitgebracht wurden. Für all diejenigen, die sich der afrikanischen Kunst ähnlich verbunden fühlen, bleibt noch bis zum 28. Juni die Möglichkeit, sie sich anzuschauen.

2 Gedanken zu „„Die Hand ist das Werkzeug der Seele“

  1. Peter-Andreas Kamphausen HMC

    Märchen aus Afrika und von der Elbe – Bald auf ein Neues!

    Afrika ist bekanntlich ein Kontinent voller Märchen. Die Ahlener Ausstellung war dafür ein mehr als beredtes Beispiel. Eine ernstzunehmende „Sammlung Lorenz“ ist bislang weder in Deutschland noch international in Erscheinung getreten. Tatsächlich kennt man den von der VHS Ahlen als „Dozenten“ beigezogenen Herrn Felix Lorenz bislang nur als viele Jahre gewerbsmäßig agierenden Importeur, Händler und Zertifikateaussteller in großem Stil. Bei der angeblichen „Sammlung Lorenz“ handelt es sich in Wirklichkeit um Warenlager, die man im Internet auf entsprechenden Fotos mit unzähligen, zum Verkauf bestimmten Stücken auch „bewundern“ kann. Und so passte es auch ins Bild, dass die VHS Ahlen dem geschäftstüchtigen Händler Lorenz ein „warmes Bettchen“ für eine Verkaufsausstellung bereitgestellt hat, die laut Werbung angeblich überwiegend mit „echten“ Werken des 2005 verstorbenen Künstlers George Lilanga bestückt sein sollte. In Wahrheit zeigt der armselige Ausstellungskatalog kleinlaut „Lilanga-Art“ anderer Künstler aus der „Lilanga-Schule“. Wo waren also die originalen Werke von George Lilanga? Bekannt sind doch Dutzende von „Zertifikaten“, in denen der „Sammler“ Lorenz bescheinigt hat, dass die von ihm aus der „Lilanga-Schule“ zum Verkauf angebotenen Werke „Marke Lilanga-Art“ angeblich eigenhändig von George Lilanga geschaffen worden sein sollen. Man fragt sich also unwillkürlich, ob hier unter dem Deckmantel einer mit Steuergeldern geförderten Einrichtung mit öffentlichem Bildungsauftrag ein Etikettenschwindel betrieben worden ist. Und es kommt der dringende Verdacht auf, dass in Ahlen eine kommunale Weiterbildungseinrichtung zur Schaffung neuer, ansonsten weggebrochener Absatzwege eines kommerziellen Händlers missbraucht werden sollte. Inzwischen teilen die Veranstalter übrigens mit, dass die Ausstellung „erfolgreich“ gewesen sei und man deshalb das Gleiche schnellstens bereits nochmals im September in Münster aufziehen möchte. Ob dann der Titel geändert wird in: „Eine Hand wäscht die andere“?

    Peter-Andreas Kamphausen
    Hamburg Mawingu Collection

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